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300 Jahre Wiener Porzellanmanufaktur Augarten

MAK-Ausstellungshalle,© MAK, Georg Mayer

Kunst & Tradition – das Augarten Porzellan

Die Wiener Porzellanmanufaktur Augarten ist die zweitälteste europäische Porzellanmanufaktur und feiert 2018 ihre Gründung vor 300 Jahren. Dazu zeigt das Porzellan Museum im Augarten eine Sonderausstellung (noch bis 13. Oktober 2018) und auch das MAK (Österreichisches Museum für angewandte Kunst/Gegenwartskunst) widmet sich diesem Jubiläum mit einer Ausstellung (noch bis 23.09.2018).

EWIG.SCHÖN – 300 Jahre Wiener Porzellan

Solitär-Service aus der kaiserlichen Hofhaltung Maria Theresias, Wien, um 1778, ©MAK, Georg Mayer

In der Jubiläumsausstellung „Ewig schön“ verbindet das Porzellanmuseum  im Augarten die Gestalter und die Nutzer. Die Exponate der unterschiedlichen Epochen werden immer im jeweiligen kulturellen Umfeld dargestellt und zeigen so die damals herrschenden Stimmungen. Beginnend mit überraschenden Wunderwerken des Barock über heitere Objekte des Rokoko zu der goldstrahlenden Pracht des Klassizismus können sich Besucher auf eine Zeitreise begeben. Im Biedermeier steht die Einfachheit im Vordergrund, im Art Déco erscheinen besonders feine Kreationen und über die Buntheit der 50er Jahre gelangt man bis zum Design von heute.

Für diese Ausstellung wurden der Bestand und die zahlreichen Neuerwerbungen des Porzellanmuseums im Augarten durch besondere Leihgaben aus diversen österreichischen und internationalen Privatsammlungen ergänzt.

Musterpokal mit Presentoir, Wien, um 1816, ©MAK, Katrin Wißkirchen

Permanente Ausstellung im Porzellanmuseum im Augarten

Das Museum befindet sich in einem Seitenflügel der Manufaktur über dessen zwei Ausstellungsebenen ein historischer Brennofen ragt.

Das Obergeschoß zeigt den Ursprung des Porzellans in China bis zur Gründung der ersten Wiener Manufaktur unter Claudius Innocentius du Paquier im Jahr 1718. Dieser erhielt von Kaiser Karl VI das alleinige Recht, Porzellan für die österreichischen Kronländer herzustellen. Die Manufaktur befand sich damals in der Porzellangasse im 9. Bezirk.

Die Hauptbestandsteile des Porzellans sind Kaolin, Feldspat und Quarz. Diese können in der Ausstellung erfühlt werden und natürlich werden auch die verschiedenen Produktionsschritte erklärt.

Das Erdgeschoß, das eigentliche Firmenmuseum, widmet sich dem 20. und 21. Jahrhundert.

Geschichte der Porzellanmanufaktur Augarten

Porzellanbild, Blumenstillleben in Vase, Wien 1818, Porzellanmaler Joseph Nigg, ©MAK, Georg Mayer

In der Zeit Maria Theresias, 1744, kam die Manufaktur in kaiserlichen Besitz. Seit diesem Zeitpunkt wird jedes Stück mit dem blauen Bindenschild aus dem Wappen der Babenberger gekennzeichnet.

Die Bekanntheit weit über Österreich hinaus erlangte die Manufaktur unter Direktor Conrad Sörgel von Sorgenthal, (1780-1830), eine Zeit in der geradlinige Formen des Klassizismus angesagt waren.

Conrad von Sorgenthal war es auch, der seine Mitarbeiter als „Lifestyle scouts“ ausschickte um zu erfahren, welche Vorlieben, Moden und Meinungen die Käufer hatten um dann passende Produkte zu entwerfen.

Nach einem durch die Franzosenkriege ausgelösten wirtschaftlichen Tief der Manufaktur brachte der Wiener Kongress zu Beginn des 19. Jahrhunderts wieder einen Aufschwung. Porzellan aus Wien war ein angesehenes Geschenk mit dem man punkten konnte.

1864 war ein schwarzes Jahr für das Porzellan aus Wien. Durch zu viel billige Konkurrenz bekam die Manufaktur große finanzielle Problem und musste geschlossen werden. Das umfangreiche Vorlagenwerk wurde dem heutigen Österreichischen Museum für angewandte Kunst (MAK) überlassen.

Sonderausstellung im MAK – 300 Jahre Wiener Porzellanmanufaktur

Dubsky-Zimmer, um 1740, MAK-Schausammlung Barock Rokoko, Klassizismus,© Joe Coscia, Jr

Viele Beispiele aus diesem Nachlass werden daher im MAK in der Jubiläumsausstellung gezeigt: Tafelservice, Vasen, Uhren und Skulpturen, sowie Porzellanbilder mit Reliefgolddekor und Kobaltblau oder mit Blumenstillleben. Außerdem sind die Hauptwerke wie das Porzellanzimmer aus dem Brünner Palais Dubsky oder der Tafelaufsatz aus dem Stift Zwettl ausgestellt.

Wiener Porzellanmanufaktur Augarten – Wiedereröffnung

1923, in der Zeit des Art Déco, wurde die Manufaktur im Schloss Augarten wieder eröffnet. Die Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Künstlern, offen für moderne Strömungen, wurde forciert und dauert bis heute an.

Öffnungszeiten Porzellanmuseum & MAK

Porzellanmuseum & Verkauf im Schloss: MO-SA, 10.00 bis 18.00 Uhr
Eintritt: € 7,–/Person

MAK: DI 10.00 bis 22.00 Uhr, MI-SO 10.00 bis 18.00 Uhr
Eintritt: € 12,–/Person

Das Hotel Stefanie – das älteste Hotel Wiens – befindet sich, wie auch das Hotel City Central oder das Hotel Capricorno, nur ca. 15 Minuten zu Fuß entfernt. Die U-Bahn Station, die dem Porzellanmuseum am nächsten ist, ist die U2 – Taborstraße.

 

Hauptbild: MAK-Ausstellungsansicht, 2018, 300 JAHRE WIENER PORZELLANMANUFAKTUR
MAK-Ausstellungshalle, © MAK/Georg Mayer

 

 



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